1, 1, 2, 2
1, 1, 4
3, 3
2, 2, 2
1, 1, 1, 3
2, 4
1, 1, 1, 1, 1, 1
6
1, 1, 1, 1, 2
1, 5
1, 2, 3
Abbildung 3.1
III. Bulgarisches Solitaire
Was ist Bulgarisches Solitaire?
Bulgarisches Solitaire ist ein Kartenspiel. Hierbei wird ein Phänomen von Zahlen-Zyklen
bei einer vorgegebenen Methode zur Umsortierung der Karten beobachtet.
Beim Bulgarischen Solitaire erhält ein Spieler n Karten. Zunächst betrachten wir den Fall,
dass n = k(k+1)/2 mit k à {1, 2, 3,
}. Das heißt, n ist eine Dreieckszahl mit n = 1 + 2 +
+
k.
Methode:
Der Spieler teilt die Karten in beliebig viele Stapel ein, also minimal einen Stapel mit n
Karten, maximal n Stapel mit einer Karte. Die Stapel werden nebeneinander auf einen
Tisch gelegt.
Der Spieler nimmt von jedem Kartenstapel genau eine Karte ab. Diese abgenommenen
Karten werden zu einem neuen Stapel zusammengefügt. Der neue Stapel wird zu den
anderen Stapeln auf dem Tisch gelegt. Alle Stapel, die jetzt aus null Karten bestehen,
gelten als aufgelöst. Permutationen der Kartenstapel gelten als gleichwertig.
Die im letzten Abschnitt beschriebene Methode wird im Folgenden als ein Schritt des
Spiels bezeichnet. Dieser Schritt wird immer wieder wiederholt.
Definitionen:
Um den Zustand des Spieles besser beschreiben zu können, werden folgende Definitionen
eingeführt:
-
É := Verteilung der Karten zu Beginn des Spiels mit É = (É1, É2,
, És). Hierbei
bezeichnet Éi den i-ten Kartenstapel.
-
s := |É| = Anzahl der Kartenstapel zu Beginn des Spiels.
-
Éj := Verteilung der Karten nach dem j-ten Schritt des Spieles.
-
|Éi| := Anzahl der Karten auf dem i-ten Kartenstapel.
Als erstes stellt sich die Frage, ob bei dieser Methode die Karten neu anzuordnen ein
zyklisches Muster von Kartenstapeln auftritt. Diese Frage lässt sich durch genauere
Betrachtung leicht beantworten.
Hierzu definieren wir die Länge eines Zyklus. Als Länge eines Zyklus ist die Anzahl der
Schritte beginnend von einer Verteilung Éj, bis diese Verteilung Éj erneut im Spiel auftritt.
Sei É = (É1, É2,
, És) eine beliebige Verteilung der n Karten in s Stapeln zu Beginn des
Spieles. Nach Durchführung eines Schrittes entsteht eine neue Verteilung É'. Da
Permutationen von É' gleichwertig sind, ist É' mit É' = (s, (É1 1), (É2 1),
, (És 1))
eindeutig definiert (Zur Erinnerung: Stapel der Höhe Null =: |Éi| = 0 gelten als aufgelöst).
Nun gibt es nicht unendlich viele Möglichkeiten, n Karten in Stapel einzuteilen. Dies
bedeutet, dass nach einer endlichen Anzahl von Schritten eine Kartenverteilung gebildet
wird, die im vorherigen Spielverlauf schon einmal aufgetreten ist. Da
die durch einen Spielschritt entstehende Kartenverteilung eindeutig
ist, ist diese im vorherigen Verlauf des Spiels ebenfalls schon einmal
aufgetreten. Dies gilt für alle darauf folgenden Verteilungen. Die
Verteilung der Karten muss also immer einen zyklischen Zustand
erreichen.
Dieser Beweis sagt nichts über die Länge eines Zyklus aus.
Im Folgenden möchten wir zyklische Zustände weiter untersuchen.
Uns interessiert die Frage, wie zyklische Zustände aussehen und ob
mehrere auftreten können.
Abbildung 3.1 zeigt alle möglichen Startpositionen und Spielschritte
für n = 6 Karten. Es fällt auf, dass egal aus welcher Position gestartet
wird, die Verteilung É = (1, 2, 3) erreicht wird. Durch ausprobieren
zeigt sich, dass bei einer Dreieckszahl von Karten immer der zyklische
Zustand É = (1, 2,
, k) erreicht wird. Dieser ist einfach-zyklisch. Da
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